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Der ehemalige König der Rollbretter möchte seinen Thron zurückerobern, den ihn EA’s Skate vor einigen Jahren streitig gemacht hat. Mit neuen Entwickler Studio und alten Ansatz folgt nun also der offiziell fünfte Ableger der “Pro Skater” Reihe, die in den 90s maßgeblich zum Erfolg des Funsports beigetragen hat. Konkurrenzlos und einmalig. Ob das neue Videospiel Tony Hawk’s Pro Skater 5 einen ähnlichen Höhenflug hinlegen kann, wie einst zu PS1 Zeiten, erfahrt ihr nun im Test.

Weg mit dem Ballast

Mit Tony Hawk’s Pro Skater 5 möchten sich die Entwickler Robomodo. auf die frühen Stärken des virtuellen Funsports zurückbesinnen und die großen Fußstapfen der “Pro Skater” Reihe füllen. Einst von … entwickelt und zum wohl beliebtesten Skateboard Spiel aller Zeiten gehörend, hat sich die Tony Hawk Reihe in den vergangen Jahren leider stets den ein oder anderen Fehltritt erlaubt. Vom Glanz der Ur-Serie war lange nichts zu spüren, weshalb in THPS5 alle Altlasten wie Bewegungssteuerung, Skateboard Controller, Zeitlupen Ballast und Realitätsbezug fallengelassen werden und das Hauptaugenmerk wieder auf den reinen 90s Arcade Fun fällt.

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Nach dem bewährt rockigen Intro landet der geneigte Skater im optisch schicken Hauptmenü des neuen Tony Hawk und darf sich direkt auf eine Neuheit einstellen. Das Game ist automatisch mit den Multiplayer Servern verbunden. Ihr wählt also euren Skater aus und ab geht’s in die erste Runde Funsport mit Tony. Das Tutorial führt euch in die Steuerung und die Begebenheiten der Level- Architektur ein. Soweit schwelgt der alte Skate-Freund in nostalgischer Erinnerung an die Anfangslevel der PS1 Ära. In der Trainingshalle erhaltet ihr dann Tipps zu aufwendigen Kombos, den Wallrides, den Kickflips und den Cannonballs dieser Welt.

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Anschließend steht euch der Fun-Skate Modus (Früher Skate-For-Fun) bereit, in dem ihr euch frei austoben könnt und eure Tricks verfeinert. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch hier erst einmal im jeweiligen Level zurechtfinden und die geheimen Ecken des Parks erkunden. Wenn ihr dem Skate-For-Fun Prinzip überdrüssig seid, packt ihr die Herausforderungen an. Diese wählt ihr durch Berührung der Quest- Markierung aus. Eine lange Liste erscheint vor euren Augen, von der aus ihr bestimmte Herausforderungen wie Highscores, Zeitrennen oder Ballspiele absolvieren könnt.

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Anzumerken sei hierbei, dass die Aufgaben recht frisch wirken und neue Ideen in die gewohnte Skater Action einführen.

Skate Missionen mit Gefährten

Mal sammelt ihr Marshmallows ein, mal müsst ihr Tricks ausführen, die Tony vorgibt und ein anderes Mal sollt ihr zur Farbe passend das richtige Manöver auswählen. So stehen gelbe Abzeichen für Grinds, Grüne für Manuals und Rote für Kickflips. Hier den zeitlich vorgegebenen Highscore zu packen, sorgt schon für einen gehörigen Motivationsschub. Natürlich finden sich auch klassische Aufgaben wie das Einsammeln der “SKATE” Buchstaben, das Kisten zerdeppern und die Combo-Leiste seinen Weg ins Spiel. Leider ist jede Missionswahl mit einer unnötigen Ladesequenz versehen, die euch stets aus dem Skate-Flow reißt. Dasselbe Spiel wiederholt sich anschließend auch nach beendeter Mission, was nicht so ganz nachvollziehbar ist. Schließlich befindet ihr euch schon innerhalb des begrenzten Areals. Die Herausforderungen konnten aber, zumindest bei mir, einigen Spaß hervorlocken. Teilweise fühlte man sich hier doch in die Vergangenheit zurückversetzt, als man in kindlicher Freude mit den Skatern Trickkombinationen ausführte. Speziell die Highscore Jagd ist auch in THPS5 Garant für vergnügliche Stunden.

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Mit dem Highscore Gedanken im Kopf rollt also ihr mit eurem Brett durch die Skateparks und versucht möglichst viele Aufgaben erfolgreich abzuschließen. Je nach erspielter Leistung, werdet ihr im Ranking vermerkt und spielt so weitere Skateparks frei. Stehen euch zu Beginn nur die obligatorische Trainingshalle und der Anfangs- Parcours zur Verfügung, wandern mit euren Erfolgen weitere Levels in die Auswahlliste. Den PS1 Teilen folgend, existiert also keine Open World wie in Wasteland, sondern einzelne Levels, die es freizuschalten gilt. Euer Aufenthalt in der Skate-Welt ist dabei im Normalfall mit dem Multiplayer Gedanken verbunden. Ihr seid permanent vernetzt und trefft andere Skater, die gerade ihre Aufgaben bewältigen. Dabei lief mir sogar ein Ninja Turtle über den Weg. Sehr verwunderlich das Ganze.

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Bei Bedarf dürft ihr die Spieler zu Koop- Missionen einladen und gemeinsam die Aufgaben angehen. Fraglich ist nur, warum keine Kommunikation mit den Spielern möglich ist, wenn hier ein MMO Skatespiel vorliegt. Aber wie dem auch sei – Seid ihr mit dem Server mal unzufrieden, könnt ihr auch jederzeit in den offline Modus wechseln. Natürlich verbunden mit – einer Ladezeit. Ein fließender Wechsel wäre hier wünschenswert gewesen. Abseits davon fühlt sich Tony Hawk’s Pro Skater aber recht gut gelungen an. Schade finde ich nur, dass dem Online Multiplayer soviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, dass auf einen Zweispieler Splitscreen komplett verzichtet wurde. Auch heute noch krame ich gerne mit meinem guten Freund Krz das alte THPS3 hervor, um ein paar Runden zu drehen. Warum mir das im neuen Ableger verwehrt bleibt, verstehe ich nicht so ganz. Wie in einigen Vorgängern dürft ihr auch wieder einen eigenen Skatepark kreieren und ihn mit der THPS Fan- Gemeinde online teilen.

Gute Level Architektur, mangelhafte Technik

Bei den Levels haben sich die Entwickler an klassischen THPS Skateparks orientiert. So findet ihr Lagerhallen, Hafenanlage, Kanalisation und Schulgelände. Die Skateparks sind in sich stimmig gestaltet und von der Architektur auch gekonnt genug aufgebaut, um den gewissen Skate- Flow zu entwickeln.

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Nur ab und an hatte ich das Gefühl in früheren Tony Hawk Teilen doch einen übersichtlicheren SKATE- Buchstaben Parcours zu haben. Mal abgesehen davon bergen die Levels aber genügend Potenzial, um euch ein wenig Skate Fun zu bieten. Soweit ist das Level-Design an sich lobenswert. Leider spielt die Technik nicht auf dem Niveau mit. Die Texturen laden öfters mal spät nach und die Details sind für ein Next Gen Game sehr gering. Auch kam es vereinzelt zu Rucklern in, von Half-Pipes, vollgepackten Skateparks. Der Cell-Shading Comic Look ist aber dennoch die richtige Wahl gewesen, um Tony Hawk einigermaßen optisch in die Neuzeit heben zu können.

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Optisch erinnert Tony Hawk’s Pro Skater 5 teilweise auch ein wenig an Shred, dem weniger geliebten Motion-Control Ableger mit eigenen Skateboard Controller.

Fantastischer Soundtrack

Über allen Erhaben ist der Soundtrack, der sich eindeutig in die Klassiker einreiht. War der grandiose Punk & Alternative Rock getriebene Soundtrack in 90s doch stets das Aushängeschild der Serie. Ob AFI, Millencolin, Body Jar, Alien Ant Farm oder Anti-Flag. Auch heute klingen die meisten Songs noch nach. Große Fußstapfen, in die einige Bands hier treten müssen. Wenn ich in Tony Hawk’s Pro Skater 5 nun allerdings State Champs, Bully, Cloud Nothings, Deaf Poets und Four Year Strong höre, dann weiß ich, dass Tony den Soundtrack hier auch wirklich höchstselbst abgesegnet hat. Zur vollen Punk-Power hätte nur noch ein Kult Song wie Superman von Goldfinger gefehlt. Alles in allem ein super zusammengestellter Soundtrack.

 

Einziger Wermutstropfen – Es besteht keine Möglichkeit die Songs frei zu wählen. Der Soundtrack läuft stets Random ab, was ich persönlich nicht so toll finde. Konnte man in früheren Teilen doch immer seine Lieblings-Songs aktivieren und in freier Reihenfolge hören. Bei THPS5 bin ich, als Rock Fan, leider genötigt auch HipHop zu hören. Nimmt ein wenig vom Skate- Feeling. An sich ist der Soundtrack aber, wie erwähnt, durchweg gelungen. Denn wie gesagt – Die State Champs sind dabei und die sind wohl aktuell die beste moderne Punkrock Kombo.

Fazit

Ich hatte schon im Vorfeld von etlichen Bugs, Performance Problemen, schlechten Gameplay und purer Langeweile in Reviews gehört. Allerdings kann ich diese Meinung in keiner Weise unterschreiben. Es stimmt zwar, dass einige Skate-Parks ein gewisses Ruckeln vorweisen, aber die häufig erwähnten Bugs kamen bei mir nicht vor. Auch Langeweile habe ich nie verspürt. Das Gameplay orientiert sich zudem so stark am Original, das hier eigentlich kein Oldschool Fan kritisieren darf. Auch die alten THPS Teile hatten mit kleinen Problemen zu kämpfen, die das Gesamtbild aber nie gestört haben, da für jeden Gamer stets der Fun im Vordergrund stand. Die heutige Generation scheint jedoch an allem etwas auszusetzen und ignoriert derartige Fakten.

THPS5 Fazit Thumb

Ein Fakt, den ich euch nach etlichen Spielstunden mitteilen kann, ist nämlich – Es macht Spaß. Ja, liebe THPS Kritiker, es macht trotz kleiner Probleme Spaß. Bei einem möglichen Nachfolger möchte ich allerdings eine frei wählbare Songliste, einen Spliscreen und schönere Optik. Dann mag ich Tony auch wieder genauso gerne wie in den 90er. Das ausschlaggebende Gameplay funktioniert nämlich auch heute noch sehr gut. Aktuell erhaltet ihr den neuesten Teil bereits für ca. 20€ und das ist es allemal Wert.


©2015 Activision Publishing, Inc.

Vielen herzlichen Dank an Judith von der PR-Agentur Popular Communications und Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares von Tony Hawk’s Pro Skater 5  für die Xbox One:)