ToB_PS4_(NTSC-J)_game_coverOb Tales of Symphonia, Tales of Graces oder Tales of Xillia – Die Tales Saga bot auch westlichen Spielern stets gute RPG Kost. Einzig Zestiria war für viele Fans eher Mittelmaß. Mit Berseria bringt Bandai Namco den inzwischen 16.Hauptteil in die Händlerregale und will die altbewährten Tugenden mit gelungenen Neuerungen versehen. Ob das geglückt ist, verrate ich euch in meinem Test…

 

Geschichtlich stark

Ein gravierender Unterschied zum direkten Vorgänger Tales of Zestiria wird sogleich mit dem Beginn des Abenteuers ersichtlich. Die Handlung ist grundlegend anders aufgebaut und bietet einen durchaus düsteren Unterton.

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Obgleich die ersten Spielminuten fast wie ein The Legend of Zelda anmuten und sich eure Aufgaben hier mehr um alltägliche, friedvolle Dinge, wie das Erziehen eures Bruder drehen, macht das Spiel kurze Zeit später eine Kehrtwende. Die Welt, in der unsere Heldin Velvet gemeinsam mit ihrem Bruder Laphicet lebt, ist brutal und unbarmherzig. Als sie eines Tages erwacht und die Scharlachrote Nacht hereingebrochen ist, tauchen wieder einmal Dämonen auf, die alle Bewohnern des Ortes unnachgiebig hinrichten.

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Schon Jahre zuvor war dieser Art Dämonenfluch ausgebrochen, der ein ähnliches Ereignis auslöste, doch damals konnten die beiden von Artorius, einem Freund des Geschwisterpaares gerettet werden. Dieses Mal jedoch ist Artorius ihnen feindlich gesinnt und opfert für das größere Wohl Velvets Bruder. Bei der Opferung wird allerdings auch Velvet Teil des Rituals, verwandelt sich hierdurch jedoch zunächst in einen Halbdämonin. Fortan wird sie auf einer abgelegenen Insel in einem Verlies eingeschlossen und so weggesperrt.

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Genau 3 Jahre danach beginnt die eigentliche Geschichte von Tales of Berseria, die von Velvet’s Rachefeldzug handelt. Mit dem neuen Ableger der Tales Reihe wird eine Handlung kreiert, die sehr von Emotionen, Religion und der Frage nach dem eigenen Lebenssinn geprägt ist. Anders, als noch im Vorgänger legt das Game also vielmehr Wert auf eine tiefere Handlung, was dem Game definitiv entgegenkommt. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass die Tales Reihe bereits seit Jahren keine packendere und interessantere Handlung mehr zu bieten hatte, als im neuen Ableger.

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Velvet als Figur ist so greifbar, dass man von der ersten Sekunde an gebannt ihrer Reise folgt und sich über fortlaufende Dialoge freut.

Story: 5/5

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Neues, altes Kampfsystem

Wie von der Serie bekannt, erwarten euch so einige Kämpfe, die mit einem Echtzeit- System ausgetragen werden und hierbei gewohnt Action betont ausfallen. Im Grunde genommen orientiert sich Berseria in diesem Sektor auch am Vorgänger, baut aber eben noch einige moderne Kniffe ein, die vor allem alten Fans auffallen werden. Erstmalig richten sich eure Kombos somit auch nach den verfügbaren Seelen, die zwischenzeitlich für den Einsatz der Seelenbrecher nötig sind.

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Dies wiederum ist ein Modus, in dem ihr noch mächtigere Angriffe ausführen könnt. Die Angrifftechniken werden hierbei wie gewohnt in Kriegs- und Verborgene Artes unterteilt, die jeweils variantenreiche Kombo- Möglichkeiten bereithalten. Habt ihr eine besondere Kombo ausgeführt, kann ein Statuseffekt beim Gegner ausgelöst werden und euer SG Balken lädt sich leichter auf.

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Die vorhin erwähnten Seelen sorgen für den erhöhten Angriffsmultiplikator und können auch vom Gegner aufgesammelt werden. Mit den Seelen könnt ihr dann auch den Seelenbrecher auslösen, mit dem Velvet’s Arm in eine Art Kreatur verwandelt wird und Element-Attacken aktiviert werden. Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit ein Mystic Artes in eure Kombo einzubauen, mit dem ihr deutlich mehr Attacken aneinanderreihen könnt. Klingt kompliziert? Mag sein. Aber nur auf den ersten Blick. Das Kampfsystem geht nämlich relativ leicht von der Hand und die flotten Battles sorgen immer wieder für einen hohen Suchtfaktor. Das Game entwickelt wieder einmal eine eigene Dynamik, die man nur durch eigenes Ausprobieren, wirklich erkennen wird.

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Während ihr euch also durch euer Abenteuer fightet, sind die Gegner immer deutlich auf dem Feld erkennbar, sodass ihr den Kämpfen auch aus dem Weg gehen könnt. Die Schlachten selber werden wiederum in separaten Arealen ausgeführt, in denen ihr euch frei bewegen könnt. Wollt ihr hierbei mal eine Pause von den hektischen Schaukämpfen, könnt ihr in eine Art Taktikmodus übergehen und eure Gegner vorerst genauer überprüfen. Im Kampf selber steuert ihr im Normfall Velvet, während eure Party-Mitglieder von der KI gelenkt werden. Die KI ist hierbei meines Erachtens nach auf einem durchaus guten Niveau und hilft in den Kämpfe ungemein gut mit. Besonders für Anfänger dürfte dies eine gute Hilfestellung sein. In dieser Hinsicht ist Tales of Berseria ohnehin ein motivierendes Werk. Jederzeit lässt sich der Schwierigkeitsgrad manuell anpassen, wodurch Anfänger und Profis gleichermaßen Spaß am RPG finden werden. Sehr lobenswert!

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Doch natürlich könnt ihr bei Bedarf auch die Rolle von einem eurer Begleiter übernehmen und dessen Techniken ausprobieren oder ihnen im Taktikmenü Anweisungen geben. Interessant ist hierbei übrigens auch, dass ihr an der PS4 erneut mit vier Leuten gleichzeitig die Kämpfe angehen könnt. Für ein wenig RPG- Multiplayer Fun vor der Konsole ist das Game also auch recht gut geeignet. Im Laufe des Abenteuers sammelt ihr mit Velvet weitere Gefährten und bildet quasi eine eigene Piraten- Crew. Mit dieser segelt und wandert ihr dann durch die variantenreichen Areale der bunten Fantasy Welt.

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Mit dem neuen Ableger weitet sich die Tales Reihe auch noch etwas weiter aus und bietet deutlich mehr Open World Gefühl. Leider sind die Gebiete dabei auch teilweise etwas eintönig und ohne viel Aktivität versehen. Die eher tristen Schauplätzen werden aber durch abwechslungsreiche Kulissen und der Farbgestaltung stark aufgewertet. Erwartungsgemäß bietet das neue Tales Game hierbei auch wieder genügend Raum für Sammelaufgaben und genügend Materialien, die ihr hinterher verarbeiten könnt. Neu hinzugekommen sind die sogenannten Katz-Truhen, die ihr mit eingesammelten Juwelen öffnen könnt. Diese halten spezielle Belohnungen für euch bereit.

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Beim nächstgelegenen Verkäufer erhöht ihr schließlich euren Vorrat, verkauft unnötige Dinge oder verbessert euer Equipment. Das Verarbeiten eures Rohmaterials und das Zerlegen eurer Rüstungsteile spielt dabei eine große Rolle. Mittels eurer vorrätigen Artefakte und Materialien erhaltet ihr zusätzliche Bonus- Stärken auf Waffen und Kleidung. Auch eure Kombos könnt ihr im Ausrüstungsmenü nachträglich bearbeiten und auf die jeweiligen Buttonabfolgen verteilen. Das JRPG hält also ein ausgeklügeltes System für euch bereit, das aber dennoch sehr Einsteiger freundlich ausfällt. Wie für ein RPG üblich, verbringt ihr daher auch einige Stunden im Menü, um die perfekte Balance zu finden. Eine weitere Neuerung sind auch die kleinen Mini-Games, die für euch verfügbar gemacht werden, sobald ihr weit genug im Abenteuer fortgeschritten seid.

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Auch hier gewinnt ihr je nach Können neue Bonus Items. Da ihr als eine Art Piraten-Crew auch neue Orte besegeln wollt, könnt ihr euer Team auch auf die See versenden, damit diese die Welt erkunden und möglicherweise sogar Materialien mitbringen. Während ihr durch die Welt wandert, könnt ihr natürlich auch wieder den Dialogen der Charaktere folgen, die nun auch teilweise aus dem PS4 Controller kommen, was einen sehr coolen Effekt hat. Die Welt zu erkunden ist in Tales of Berseria interessanter, als in Zestiria und hält mit offeneren Gebieten mehr Abwechslung parat.

Gameplay: 5/5

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Schickes Design, toller Sound

In technischer Sicht hat sich doch mehr getan, als auf den ersten Blick ersichtlich. So wurden allen voran die Farben nachgebessert und sorgen hierdurch für einen realistischeren Look.

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Natürlich ist offensichtlich, dass die Power der PS4 auch weiterhin nicht ausgereizt wird, doch immerhin sorgen verbesserte Lichteffekte, eine höhere Weitsicht, weniger Kantenflimmern und mehr Bewegung im Hintergrund für ein deutlich moderneres Bild. Auch von Design Aspekten her, ist der neue Tales Ableger wieder ein rund um gelungenes Werk mit toller Welten- Gestaltung und schick ausgearbeiteten Charaktermodellen.

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Kaum Kritik kann auch bei der Musik angebracht werden. Diese ist durchweg auf hörenswerten Niveau und unterlegt die wichtigsten Szenen der Reise sehr schön. Besonders erwähnenswert ist aber wieder einmal das Opening, das in diesem Jahr auch endlich wieder bei uns mit vermarktet wurden. Im Vorgänger hatten wir ja leider eine alternative Version ohne Gesang erhalten. Auch die Englische Vertonung hat mir gut gefallen. Vor allem auch deshalb, weil die Rolle der Velvet mit jemanden besetzt wurde, der den sehr introvertierten Charakter gut einfangen kann. Alternativ könnt ihr aber auch das Japan Original anwählen.

Audiovisuell: 4/5

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Fazit:

Tales of Berseria übertrifft seinen Vorgänger in so ziemlich allen Belangen und liefert uns ein Action geladenes JRPG der alten Schule, das aber dennoch deutlich moderner wirkt, als in den Vorjahren. Das Game überzeugt mit einer spannenden Geschichte, einem spaßigen Kampfsystem, dem wunderschönen Design und einem tollen Aufgebot an interessanten Charakteren.

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Der Titel ist für Neulinge, wie auch beinharte Tales Fans gleichermaßen empfehlenswert. Sieht man mal über die oftmals tristen Gebiete ab und die langweiligen Mini-Games hinweg, bietet das RPG enorm viel Abenteuer für sein Geld. Wer also mit JRPG’s nichts anfangen kann, verpasst daher schon das erste Gaming Juwel des Jahres. Alle anderen erhalten schon im Januar einen Top Titel.


Vielen herzlichen Dank an die Janina von der Marchsreiter Communications GmbH und Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung des Pressekits zu Tales of Berseria:)