Die dritte Volume von Sword Oratoria schickt die Helden in den Kampf gegen einen unerwarteten Feind. Ob Studio J.C. Staff die Geschichte spannend weitererzählt, verrate ich im Test

Handlung

Die merkwürdigen Geschehnisse in Orario zwingen Aiz Wallenstein dazu sich einer fremden Party anzuschließen, um mehr über die Hintergründe herauszufinden. Loki, die schnell Wind von ihrem Alleingang bekommt, schickt sofort Bete und Lefiya auf ihre Spur, um zu ihrer Unterstützung zu eilen.

Diese schließen sich derweil mit der Elfin “Filvis Challia” zusammen, die zur Dionysus Familia gehört und scheinbar selbst ein schreckliches Geheimnis verbirgt.

Dem nicht genug taucht auch noch ein alter Verbrecher wieder auf, der ein Hybrid aus Mensch und Monster ist. Als Aiz sich schließlich der rothaarigen Revis im Kampf gegenübersieht, scheint auch ihre Vergangenheit sie einzuholen…

Bild & Animation

Das Studio J.C. Staff, die auch schon an Prison School gearbeitet haben schicken sich an mit Sword Oratoria ihrem Stil von DanMachi treu zu bleiben und qualitativ aufzuschließen. Wie schon in Vol. 2 gelingt das dem Team zwar nicht gänzlich, ist aber Animations- technisch trotzdem grundsolide.

Dem Anime kommt es sehr entgegen, dass zeitweise auch eher ruhige Töne angestimmt werden und weniger Bildabfolgen für ein flüssiges Abenteuer benötigt werden. Insofern wird ein ansehnliches Ergebnis erzielt, bei dem man als Zuschauer auch ein sauberes Bild mit einer schönen Farbpalette erhält. Die Bildschärfe der Bluray liegt derweil auch auf einem gutem Niveau.

Zwar erscheinen einige Szenen recht blass und weichgezeichnet, doch das ist eher die Ausnahme. Was die Gestaltung der einzelnen Figuren betrifft, so besticht Sword Oratoria – wie DanMachi – durch ein schickes Charakterdesign. Viel zu bemängeln gibt es hier nicht. Das Spin-off ist ein hübsche, aber wenig aufwendig animierte Anime Serie, die zumeist eher durch ihr stilistisches Design zu überzeugen weiß.

Sound & Musik

Die Qualität der Synchronisation hat sich phasenweise verbessert, was teilweise auch an den Sprechern einiger neuer Charaktere liegt, die nun in den Fokus geraten und mehr On-Air Time erhalten. Dadurch ist die Gesamtwirkung eine gänzlich andere.

Dionysus z.B. wird von seinem Sprecher Jan Lange ziemlich gut gespielt, der dessen adelige Art sehr gekonnt umzusetzen vermag. Bei Aiz Wallenstein und Bete dürften sich dagegen wohl die Geister scheiden. Auch wenn meine Äußerung sicherlich auf Gegenwind stoßen wird – Mir gefällt die Sprechweise von Carolin Sophie Göbel tatsächlich besser, als die ihrer Vorgängerin!

Und der Sprecher von Bete (Sven-Marcel Voss) bringt die gespielte “Coolness” der Figur auch meistens gut rüber. Problematisch wird es meiner Meinung nach eher bei den Stammsprechern der beiden Elfen Lefiya und Filvis Challia, sowie Hermes, die oft einfach zu gekünstelt (Filvis & Hermes) klingen oder zu viel “Overacting” (Lefiya) betreiben, um das Klangniveau zu erreichen, das ein dramatischer Comedy- Actioner wie Sword Oratoria benötigt. Zeitweise stören hier nicht nur die geschriebenen Dialoge, sondern vor allem die emotionslose Darstellung.

Insbesondere Hermes fällt qualitativ ziemlich weit ab – nimmt man ihn in den Direktvergleich zur KölnSynchron- Fassung, in der noch Henning Nöhren den lässigen Gott verkörperte. Vom Hauptcast überzeugt derweil Jana Kilka, die als Loki eine gute Figur im Tonstudio abgibt und für mich persönlich die beste, weil glaubhafteste Performance abliefert. Dafür fällt aber wiederum Sam Bauer als Bell Cranel ab, der aber immerhin nicht zur Hauptbesetzung gehört, sondern als Nebencharakter agiert. Die Lokalisation von LAB SIX zu bewerten fällt also ziemlich schwer. Schließlich ist die Synchronisation kein Totalausfall, sondern beweist an einigen Stellen wie es klingen könnte, wenn jeder Sprecher das angepeilte Niveau erreichen würde.

Die -authentischere- mittelalterliche Sprachweise wird allmählich auch erreicht, doch scheint eben nicht jeder Sprecher die richtige Betonung hierfür zu schaffen. Es bleibt also weiterhin schwierig die richtigen Worte für die Synchronfassung zu finden. Ich kann eigentlich nur auf meine Vol.2 Kritik verweisen und zusätzlich ergänzen, dass sich die allgemeine Sound- Qualität durch einige Sprecherleistungen hörbar gebessert hat. Letztlich wird Anime House mit LAB SIX aber wohl nie die Begeisterungsstürme auslösen können, die sie mit KölnSynchron erreicht haben. Wer sich mit der Neubesetzung zufrieden geben kann, bekommt aber trotzdem ein grundsolides Werk vorgesetzt.

Content & Verpackung

Das Bonusmaterial, das euch Anime House hier beschert, kann sich wie immer mehr als sehen lassen. Die Extras der Collector’s Edition werden mit einem O-Card Slipcase verpackt, der schick gestaltet wurde. In diesem Case finden sich schließlich die bekannten Boni bestehend aus Lesezeichen, Magnet, Untersetzer und Booklet ein. In der Hinsicht weiß Anime House stets zu begeistern. Da sieht man auch mal über die magere Ausbeute von 3 Episoden ab. Auf der Disk selber befinden sich zudem noch Karaoke Clips und Trailer.

Inside Anime

Die abenteuerliche Reise unserer Helden geht schrittweise voran und legt scheinbar den Grundstein für einige – noch hoffentlich – sehenswerte Kämpfe. Wohin die Vorgeschichte von Aiz Wallenstein noch führt, ist auch noch nicht komplett abzusehen. Diese konsequente Fortsetzung der Erzählung zeugt davon, dass Sword Oratoria nicht nur einfachen Fanservice bieten soll, sondern das DanMachi Universum auf kurzweilige Art ergänzt.

Zumindest bei mir wird so langsam das Interesse geweckt zu erfahren, worauf das Ganze schlussendlich hinausläuft und was letztlich noch auf Aiz und Co. (Ebene 59) wartet. Die Einbindung von Bell müsste allerdings nicht sein. Dies sorgt nur dafür, dass die Geschichte gestreckt wirkt. Zeitweise wirkt die Dramatik zwar auch etwas aufgesetzt, doch weiß der Anime mit einer guten Dynamik der Charaktere bei Laune zu halten.

Mit der dritten Bluray der Serie schafft es Sword Oratoria den Zuschauern in den Episoden 7-9 eine spannende Fortsetzung der Storyline zu bieten. Zumal es auch endlich zu einem härteren Gefecht kommt, der Teile der Truppe vor Schwierigkeiten stellt und einen stärkeren Feind einbindet. Inzwischen ist es den Autoren auch gut gelungen die Figuren so aufzuteilen, dass eine bessere Übersicht erzeugt wird.

Zuvor war die Aufzählung zu vieler Charaktere in einer Szene eher nachteilig. Der 12-teilige Anime Hit nach den Romanen von  Fujino Omori hätte zwar nicht unbedingt auf 4 Volumes aufgeteilt werden müssen, lockt aber mit einer netten Fantasy- Story. Würde sich die Animations- und Klangqualität noch steigern, würde ich Sword Oratoria wohl mittlerweile sogar dem Original leicht vorziehen.


©Fujino Omori – SB Creative Corp. / Sword Oratoria Project

©2018 Anime House


Vielen herzlichen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares von “Danmachi: Sword Oratoria – Vol.3” für den Test:)