Anime House bringt die neue Fantasy- Mecha- Serie aus dem Hause 8bit in den Handel. Wie sich der Anime basierend auf den Light Novels von Amazake-no Hisago schlägt, verrate ich euch im Test… 

Handlung

Nachdem der begnadete Programmierer Tsubasa Kurata in unserer Realität umkommt, wird er in einem fantasievollen Reich wiedergeboren. Dort hört er fortan auf den Namen Ernesti Echevalier und hegt eine große Leidenschaft für die Silhouette Knights, einer technischen Errungenschaft der Menschen.

Schon in seinem alten Leben war der Junge von den Riesenrobotern aus Film & Fernsehen begeistert und auch sein neues Ich scheint sich der Faszination nicht entziehen zu können. Als Ernesti ist es zudem sein Traum eines Tages selber diese Mechs bedienen und sich Knight Runner nennen zu dürfen. Nur fehlt es ihm dafür leider an der nötigen Körpergröße. Doch hier kommt schließlich seine Vergangenheit als Programmierer zum Tragen, die ihn zur Konstruktion eigener Modelle motiviert. Und so beginnt sein Abenteuer in dieser neuen, fremdartigen Fantasy-Welt…

Bild & Animation

Produziert vom Animationsstudio “8-bit” unter der Leitung von Regisseur Yusuke Yamamoto, gelingt dem Team ein visuell sehr ansprechendes Werk, das gekonnt 2D-Animation mit 3D-CG Szenen vereint auf den Bildschirm bringt.

Die Kombination dieser Elemente funktioniert dabei erstaunlich gut. Wohl auch, weil die Charaktere – trotz ihrer traditionellen Machart – kaum aus dem Rahmen fallen, wenn die 3D animierten Mech- Sequenzen ins Bild preschen. Zwar bin ich nicht der größte Fan von 3D-Art und CGI-Techniken in Anime, doch muss ich zugestehen, dass dem Studio tatsächlich ein guter Mix gelungen ist. Die Übergänge fallen sehr fließend aus und setzen die Mech- Roboter sehr geschickt in Szene.

Abgesehen davon passt der CG-Trend ja ohnehin zu Mecha- Action. Sicherlich mag Knights & Magic kein opulentes Meisterwerk wie Violet Evergarden sein, doch schaffen es die Designer ein sehr ansehnliches Bild abzuliefern. Gerade auch für eine normale TV-Produktion dürften die hier gezeigten CGI-Szenen sehr hochwertig sein. Um es kurz zu machen – Die 3D-CG Szenen reißen euch nicht so stark aus den 2D- Zeichnungen, wie noch in zahlreichen Konkurrenten. Tatsächlich bereichern die 3D-Elemente das Bildgeschehen.

Sehr schön eingefangen fand ich auch die Charakter- Designs, die hier sehr stilvoll ins Gesamtbild eingefügt wirken und der klassischen Fantasy so einen Hauch Sci-Fi verleihen. Ohnehin ist die Gestaltung ein positives Merkmal an der Serie, sind doch die Farbgebungen auch sehr schick.

Sound & Musik

Wie schon zuletzt wurde auch in Knights & Magic das Tonstudio LAB SIX engagiert, um den Anime für den deutschen Markt anzupassen. Für manche vielleicht zuerst kein gutes Zeichen, doch scheint sich das Team so langsam einzugrooven und ein gewisses Gefühl für Animations- Serien zu entwickeln.

Nach dem grundsoliden Gate und der öfters mal mittelmäßigen DanMachi Synchro, ist Knights & Magic nämlich als durchaus gelungen zu betrachten. Sicherlich gibt es auch hier den ein oder anderen Synchronsprecher, der nicht ganz die richtige Tonlage trifft und dem es an der nötigen Emotion mangelt, doch im Großen und Ganzen scheint das Tonstudio vieles in Griff bekommen zu haben. Das Dialogbuch wirkt besser, als noch in Sword Oratoria und die meisten Sprecher sind genauer auf ihre Charaktere abgestimmt.

Besonders beim Hauptcharakter Ernesti Echevalier fällt die Wahl sehr positiv aus. Sprecherin Esther Brandt, die mir bisher noch nicht bekannt war, macht einen ziemlich guten Job und verleiht ihm sehr viel Persönlichkeit. Was den restlichen Cast angeht, so ist die Qualität zwar nicht immer betörend, aber eben auch kein Totalausfall. Wer mit Gate und Danmachi also so seine Probleme hatte, wird eventuell mit Knights & Magic langsam wieder besänftigt.

Aber hier sollte sich wohl lieber jeder selber ein Bild machen. Aus meiner Sicht eine Steigerung zu den vorherigen Arbeiten. Darüberhinaus gefiel mir auch die Musikwahl, die sehr interessant ausfällt. Statt klassischen, orchestralen Fantasy-Klängen, sind auch viele treibende Beats vorhanden, die dem Anime ein sehr eigenes Gefühl geben.

Content & Verpackung

Anime House hat sich wieder sichtlich viel Mühe gegeben auch dieser Serie einen vernünftigen Release zu bescheren. Schon bei Sword Oratoria bestanden die Extras nicht nur aus Booklet & Postkarten, wie es viele andere Publisher fast schon zum Standard erklärt haben. Stattdessen fand sich dort noch ein netter Button ein. Und auch für Knight’s & Magic hat sich Anime House wieder etwas einfallen lassen und legt einen schick gestalteten Kühlschrankmagneten als Bonus in die Verpackung. Ein nettes Gimmick, das man gut nutzen kann, sofern man – so wie ich – Zuhause eine Magnettafel hängen hat. Darüberhinaus liefert der Publisher aber auch wieder ein Booklet ab, das so einige Informationen über den Anime und seine Welt bereithält (Stichwort Silhouette Knights, Bestien etc.). Zwar ist das Booklet im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen deutlich dünner, aber trotzdem schick aufgebaut. Auch zwei Art-Carts finden sich in der Bluray- Hülle ein, die wiederum in einem O-Card Slipcase steckt. Also insgesamt wieder ein durchaus lobenswerte Release. Als Kritikwürdig ansehen könnte man höchstens die wieder mal geringe Anzahl von nur 3-Episoden.

Inside Anime

Die Serie Knight & Magic von Anime House entführt uns in ein farbenfrohes Fantasyreich, das von Magie, Monstern und Robotern regiert wird, die gleichsam wohl den feuchten Traum eines jeden Mech- Liebhabers darstellt.

Das fällt schon durch den Einstieg auf, der einen ziemlich eigenartigen Storyansatz wagt und einen Otaku in ein fantasievolles Reich entführt, in dem Magie & Mecha- Action an der Tagesordnung sind. Die Grundpfeiler der Geschichte basieren hierbei größtenteils auch auf der Fasziniation zu diesen riesigen Robotern. Insofern dürft ihr euch Kight & Magic schon fast als eine humorvolle Parodie auf die zahlreichen Mecha- Serien vorstellen.

Was die narrative Seite angeht, so solltet ihr allerdings nicht allzu viel erwarten und euch mehr auf kurzweilige Fernsehunterhaltung einstellen. Das hat mich tatsächlich aber auch ein wenig gewundert, da der Story- Anfang ziemlich viele Fragen aufwirft und wirkliche Story- Erklärungen Mangelware sind. Dass die Geschichte also zumindest in der ersten Volume nicht komplett zieht, ist schade. Zumal das Skript ohnehin sehr eigenartig geschrieben klingt.

Knight’s & Magic wirkt gar so wirr, dass der Anime – überspitzt gesagt – fast alle beliebten Anime Themen unter einem Hut bringt (Parallelwelten, Zeitreisen, Mecha- Action, Königshäuser und klassische Fantasy). Zumindest wenn man es geschichtlich ein wenig so einordnet, wie es anfangs durch die Erzählung wirkt. Aber immerhin hebt sich der Anime dadurch auch schön vom Einheitsbrei der aktuellen Anime Landschaft ab. Was mir darüberhinaus auch sehr gut gefallen hat, war das World- Buildung, das eigentlich sehr clever war. Schließlich scheint die Nutzung von Magie und das Erbauen der Mechs eng miteinander verknüpft, was in den ersten Episoden sehr gut durch die Academy vermittelt wird.

Zudem mochte ich auch den Hauptcharakter, der anders als derzeit üblich kein ultrastarker und auserkorener Held ist, sondern seine Kraft viel eher durch seine Fähigkeit zu Denken erhält. Kein Wunder, dass er in den ersten Episoden schon ein paar Schulstunden überspringen darf. Seiner Leidenschaft den Mechas sei Dank. Knights & Magic wurde aber auch offenbar genau hierfür gemacht, um eben diese mächtigen Roboter bildgewaltig in knallige Gefechte zu setzen und all den unwichtigen Ballast zur Seite zu schieben.

Dementsprechend wartet man meist auch vergebens darauf, dass die Serie geschichtlich mal was bedeutsames auf den Bildschirm bringt. Sofern nicht noch ein außergewöhnlich genialer Twist in der Season eingebaut wird, ist die Geschichte wohl eher ein Aufhänger für die mächtigen Maschinen. Aber ein Evangelion wird wohl auch niemand erwarten. Für den kurzweiligen Action-Trip ist Knight’s & Magic deshalb super geeignet. Ich bin sicherlich selbst auch nicht der größte Mecha- Fan, doch hat mich die Serie hier in der ersten Volume trotz dessen also schon gut unterhalten können.


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Vielen herzlichen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares von “Knight’s & Magic – Vol.1” für den Test:)