Mit einem sehr speziellen Animationsstil und einer düsteren Vampirgeschichte will euch Kizumonogatari in eine schaurig blutige Welt entführen. Ob sich ein Blick lohnt, verrate ich im Test…

Handlung

Nachdem der junge Araragi Koyomi unfreiwillig in einen Vampir verwandelt wurde, ist es ihm nun ein großes Anliegen seine Menschlichkeit zurück zu erlangen. Dies stellt sich allerdings als schwierige Aufgabe heraus, denn hierzu muss er alle abgetrennten Gliedmaßen der Vampirin Kiss-Shot beschaffen. Natürlich ist dies gar nicht so leicht, wie es gerade klingt.

Um dies nämlich bewerkstelligen zu können, muss er sich den drei mächtigen Vampirjäger stellen, die Kiss-Shot einst besiegen konnten und ihn so erst in diese missliche Lage versetzten. Also setzt der aufstrebende Vampir alles daran seine neue Fähigkeiten zum Vorteil zu nutzen, um schon bald endlich wieder ein menschliches Wesen zu werden. Doch der Weg dahin scheint wirklich steinig zu sein…

Bild & Animation

Kizumonogatari ist alles andere als ein Werk für Kinder. Das zeigt der Film schon in den ersten Spielminuten anhand seiner düsteren Gestaltung und der expliziten Gewaltdarstellung. Dabei kommt auch der extravagante Animationsstil zum Tragen, der mit zig Kamerafahrten reichlich Bewegung ins Bild bringt.

Insgesamt zeigt sich der Anime ohnehin mit erstaunlich vielen Animationsphasen. In jeder Szene sind Regungen der Mimik oder animierte Hintergrundgrafiken zu sehen. Mit Hilfe des bekannten Letterbox- Formats und der etwas trägeren Bildwiderholrate wird hier so knackiges Action Kino geliefert, das fast alleine durch die Visualisierung funktioniert.

Wie hier mit Farbenwechseln, schnellen Schnitten und Slowdowns gearbeitet wird, ist einfach Klasse. Allerdings erkauft sich der Anime diese Optik auch durch ziemlich ungewohnte Maßnahmen. Dass Zusammenfügen von 3D Hintergründen und CG- Grafiken mit gezeichneten 2D Charakteren wirkt anfangs ziemlich unpassend, da die Personen so wie eingefügt erscheinen.

Diese Umsetzung mag also vielleicht nicht nicht jeden Anime Fan gleichermaßen ansprechen. Es braucht sicherlich einige Minuten, bis man sich auf die visuelle Gestaltung einlassen kann, und auch dann fühlt man sich leicht irritiert als Zuschauer. Trotz, oder gerade deshalb, ist der Anime rein vom Kunstaspekt her mal wirklich etwas spannendes.

Sound & Musik

Oxygen Sound Studios beweist mit Kizumonogatari ein echtes Händchen für Deutsche Umsetzungen zu haben. Schon die letzten Produktionen für Peppermint wussten zu überzeugen und auch dieser Anime ist außerordentlich gut besetzt. Jede/r Synchronsprecher/in ist stimmlich perfekt für die jeweiligen Charaktere ausgewählt und scheint genügend Emotion in die Rolle zu legen. Es kommt selten vor, dass ein Animationsfilm aus Japan durchweg gut eingesprochen wurde.

Nicht ein Sprecher ist mir in der deutschen Fassung negativ aufgefallen. Erwähnenswert sei aber auch noch, dass die Musik den Klang noch einmal gut untermauert, denn auch hier wurde kein Fehler begangen. Die Synchro fällt nie hinter der Musik ab und ist somit jederzeit gut zu verstehen. Die Melodien selbst sollten dabei auch nicht übersehen werden. Der Soundtrack unterlegt die Szenen sehr gekonnt und erinnerte mich teilweise an die Gaming Reihe Persona, die auch stets mit einem markanten Sound punkten kann. Die gesamte Produktion wirkt somit doch sehr glatt poliert.

Content & Verpackung

Peppermint liefert gewohnte Kost ab und verpackt die DVD in einen Pappschuber mit schicker Farbgestaltung. Zusätzlich hält die eigentliche DVD-Hülle noch ein Skizzenmotiv bereit.

Auf der Disk selbst findet ihr Trailer zu anderen Animes des Publishers und als ganz besonderen Bonus einen Audiokommentar, den ihr optional zum Film zuschalten könnt.

Abgesehen davon finden sich beim Kauf im Einzelhandel keinerlei physische Extras ein. Für einen Aufpreis von 2€ erhaltet ihr im Akiba-Shop noch eine Edition mit dem japanischen Eventbooklet (34-seitig, japanisch).

Inside Anime

Die Kizumongatari Filmreihe fungiert als Prequel zur Monogatari Serie und wurde vom Animationsstudio auf bemerkenswerte Weise inszeniert. Man könnte nämlich sagen, der Anime ist recht unkonventionell, was die gesamte Produktion angeht. Weder Erzählweise, noch seine Art-Direction sind vergleichbar mit Genre Konkurrenten.

Visuell wird hier wirklich unvergleichliches geboten, wie man es schon von Shaft’ Animationsfilmen (Puella Magi Madoka Magica) gewohnt ist. Die Geschichte selber rückt da leicht ins Hintertreffen, denn vielmehr als ein schnell erzählter Kampf zwischen Vampir und Jäger wird hier in Teil 2: Heißes Blut kaum geliefert. Trotz guter Erzählung ist die Story in diesem geschichtlichen Abschnitt eben ziemlich gewöhnlich. Nichts, was man nicht bereits in ähnlicher Form mal erlebt hat.

Einen hohen Unterhaltungswert hat der Animationsfilm aber dennoch, da er kurzweilige Vampir Action in 65 Minuten Spielzeit verpackt, die zu keiner Sekunde langweilig werden. Kizumonogatari II – Heißes Blut wird mit seinen rasanten Schnitten und den kurz eingestreuten Rückblicken nämlich ziemlich interessant erzählt. Auch wenn die Geschichte also recht gewöhnlich klingt, hat man seinen Spaß durch das Storytelling und die gelungene Atmosphäre, die dieser Film aufbauen kann.

Es sei aber auch anzumerken, dass Kizumonogatari nicht mit seinem Gewaltgrad geizt. In Sekundentakt fliegen hier anfangs Körperteile über den Bildschirm, hitzige Wortgefechte werden geliefert und eine leicht sexualisierte Stimmung herrscht fast durchgehend. Für jüngere Zuschauer ist der Anime also nicht geeignet. Doch auch ältere, zart besaitete Menschen könnten mit der Darstellung so ihre Probleme haben. Wer sich aber auf diese dreckige Art der Inszenierung einlässt, erhält ein visuell sehr beeindruckendes Werk.


© Nisio isin / Kodansha, Aniplex, SHAFT ©2017 Peppermint Anime GmbH


Vielen herzlichen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares von Kizumonogatari II: Heißes Blut für den Test:)


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