Handlung

Shūichi Kagaya scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler Schüler zu sein. Doch schlummert ein schauriges Geheimnis in ihm. Der arme Junge verwandelt sich seit kurzem in ein Monster mit überaus scharfen Geruchssinn. Das noch weitaus überraschendere dabei: Sein Körper verändert sich nicht in ein grausiges Ungeheuer, sondern in ein Maskottchen mit Reißverschluss am Rücken.

Als wäre das nicht schwierig genug, konfrontiert ihn auch noch seine Mitschülerin Claire Aoki mit der Anschuldigung ein Monster zu sein. Doch von Angst ist bei dem Mädchen keine Spur. Sie willShūichi für ihre Zwecke ausnutzen, um Jagd auf andere Monster zu machen, um ihre Schwester wiederzufinden. Ist er nicht gewillt mit ihr helfen, würde sie sein Geheimnis an die Klassenkameraden verraten. Schon bald kommen sich die zwei unterschiedlichen Charaktere näher und entschlüsseln so langsam das Mysterium hinter dem Monsterauftauchen. Für die beiden Teenager beginnt damit ein bedrohlicher Kampf gegen ein gefährliche Macht.

Bild & Animation

Das Animationsstudio Pine Jam ist nicht unbedingt für Ecchi-, oder Action Produktionen bekannt, sondern hat zuletzt viel eher Jugenddramen wie Kageki Shojo!! oder Just Because! als Anime adaptiert. Darum war ich überrascht wie überzeugend das Studio die verschiedene Kampfszenen animiert hat.

Die Kämpfe sind wirklich fantastisch durch choreographiert und wissen mit flüssigen Animationen zu überzeugen. Mitsamt der Horror- & Gore Elemente liefert man aufwendige Duellszenen, die besonders in ihren Animationsphasen begeistern. Die Bewegungen sind sehr fein ausgearbeitet und natürlich umgesetzt, was zu sehr sauberen Bildübergängen führt. Überhaupt hat der Anime auch in den Kämpfen enorm viele Details zu bieten, die sich im Hintergrund oder an den Charakteren abzeichnen.

Vom visuellen Standpunkt her liefert Pine Jam tatsächlich hervorragende Arbeit ab. Aber wie für einen Ecchi üblich sind natürlich auch wieder zahlreiche Szenen an Pantyshots oder pralle, halbnackte Boobs verschwendet. Die weiblichen Figuren dienen zumeist wieder für Bildfüllende Reaktionen. Hier mal ein Unterhöschen, dort mal ne Brust in Nahaufnahme und dann wieder ein Hinterteil im Vollbild. Alt bekannt eben! Dafür, dass Pine Jam bisher nur wenig Fanservice Arbeiten verrichtet hat, weiß das Studio wohl schon genau, was ihre Zielgruppe will.

Trotzdem scheint man gegenüber Serien wie Highschool DxD etwas zahmer in der Darstellung zu sein. Zumindest wenn man von den fast schon Fetisch- artigen Szenen absieht, die sich ständig in die Bilder drängen. Nimmt man also die wirklich einmalig animierten Kämpfe weg, bleibt in den Szenen zumeist eine gesittete Boobie Party. Wenn es aber zu den Kampfszenen kommt, ja, dann wird ordentlich abgefeuert. Dazu passt, dass die Charaktere auch sehr individuelle Designs besitzen. Insgesamt holt Pine Jam also aus dem Material visuell sehr viel heraus.

Sound & Musik

Die Animationsserie wurde von der Violet Sound Tonstudio Gmbh übersetzt, die für Peppermint Anime auch schon an Serien wie The Asterisk War, Testament of Sister New Devil und SAO: Gun Gale Online mitgewirkt haben. Auch mit Yamada-Kun bewies man vor einigen Jahren, dass man Ecchi- Comedy mit lockeren Gags und Sprachgebrauch umzusetzen weiß. Das gilt vorbehaltlos auch für Gleipnir, wo das Team erneut eine hörenswerte Synchronarbeit mit guten Dialogbuch liefert.

Mit Benjamin Stolz, Katharina von Daake oder auch Carolin Sophie Göbel hat man Sprecher besetzt, die schon genügend Erfahrung im Anime Genre haben, um die passende Stimmung zu treffen. Katharina Iacobescu hat z.B. als Claire auch bestens gepasst und bringt genau die richtige Stimmfarbe für die Figur mit. Die Betonung, Emotion und allgemeine Synchronqualität ist dadurch auf einen hohen Niveau.

Content & Verpackung

Peppermint Anime bringt die Serie Gleipnir in zwei Volumes auf den Markt, von denen Vol.1 mit 6 Episoden ausgeliefert wird. Die Bluray erscheint im Digipack mit O-Card Pappschuber, der ein schickes Design aufweist.

Abgesehen davon sind keine physische Extras nicht enthalten. Auf der Disc findet ihr dagegen Clean Opening & Ending.

Inside Anime

Nachdem die 13- teilige Anime-Serie Gleipnir schon im Simulcast über Wakanim lief, hat sich Peppermint Anime inzwischen auch für einen Bluray- Release der Ecchi- Action entschieden. Für Fans von anrüchigen Serien, die neben ihrem sexuellen Content auch eine größere Story erzählt, könnte der neue Anime von Studio Pine Jam durchaus einen Blick wert sein. Denn tatsächlich werkelt unter der Ecchi Haube eine ziemlich chaotische Storyline mit verrückten Charakteren, die Fans des Genres wahrscheinlich überzeugen werden.

Die Serie ist zwar ein ziemliches Durcheinander an Storyideen, aber letztlich greift doch alles ziemlich gut ineinander. Gleipnir ist nicht die typische Ecchi Geschichte, bei der mal wieder ein Typ mit vielen Frauen zusammenzieht (sei es Stiefschwester oder Mitbewohnerin), sondern geht einen etwas straighteren Weg in der Erzählung. Die zwei Haupthelden der Geschichte sind aus bestimmten -ich vermeide mal Spoiler- Gründen ein Zwangsteam, das gemeinsam agieren muss und dabei tatsächlich so langsam eine Beziehung entwickelt. Dadurch wirkt die Storyline etwas straffer und zeigt sich auch mal emotional tiefergreifender, wie so manch klassischer Ecchi- Actioner. Das gilt teilweise auch für die Figuren, die einem vorgesetzt werden.

Die Backstorys sind nicht uninteressant, was durchaus für den Anime spricht. Immerhin liegt der Fokus eines Ecchi sonst stärker auf den Nacktszenen. In Gleipnir bringt man dagegen beides relativ ausgeglichen unter einem Hut. Schon die ersten Episoden sind durchzogen von bizarren Comedy Szenen, klassischer Pantyshots, brutaler Action und leicht peinlicher Jugendromantik. Trotzdem funkelt auch immer mal wieder inhaltliche Tiefe auf. Darum fühlt sich der Anime für mich, als jemand, der Ecchi- Themen selten anpackt, durchaus originell an. Denn ehrlicherweise wähle ich meine Reviews oft mit Bedacht aus und überdenke welche Inhalte ich behandle. Aus diesem Grund findet ihr auf Genkino.de tatsächlich herzlich wenig Ecchi- oder Fanservice Themen, sofern vermeidbar. Schließlich lockt, zumindest mich, nur selten ein Handlungspfaden dieser eigensinnigen Anime Gattung. In diesem Fall klang aber schon die Inhaltsangabe des Serienformats so banal und innovativ, dass meine Aufmerksamkeit schnell geweckt war.

Darum liest ihr auch gerade diese ausschweifenden Sätze, mit denen ich eigentlich nur sagen will, dass Gleipnir sicherlich keine Top Serie ist, aber im Kontext seines Ecchi- Genres durchaus unterhalten kann. Die Serie hat trotz seiner brutalen Albernheit auch zeitweise leichte Coming of Age Anflüge mit klassischen Teenie- Ängsten und Konflikten. Dadurch besitzt die abenteuerliche Handlung immerhin einen netten Appeal und zeigt sich bedeutsamer in seiner Geschichte. Das ist im Genre nicht unbedingt üblich. Da man auch die undurchsichtige Story gut aufzieht und plausible Gründe für bestimmte Szenen liefert, sorgt man auch für Spannung. Der größte Pluspunkt des Anime dürften aber wohl die Kämpfe sein, die wirklich einmalig inszeniert sind.

Was mir allerdings auf die Nerven ging, war der, ich sag mal, fast schon Fetisch- artige Ansatz einiger Konzepte. Das grenzte dann doch schon mehr an Hentai Light. Dass man sich für derlei Szenen einen Story-Background ausgedacht ist zwar löblich, ändert aber nichts daran, dass es blöd ist. Aber auch wenn mir all die Pantyshots, Fetisch-Szenen und albernen Gags eher gegen den Strich gehen, habe ich zumindest Gefallen an der Story und den zwei Helden gefunden. In gewisser Weise erinnert Gleipnir an klassische Battle Royal Serien wie Btooom, Mirai Nikki oder Darwins Game. Nur sorgt man in Gleipnir für weitaus mehr Fanservice und Ecchi- Fetisch. Die Nacktheit hält sich aber tatsächlich für so einen Anime stark in Grenzen. Darum ist es schwer abzuschätzen welche Zuschauergruppe man wirklich anpeilt. Wer aber mit den eben genannten Anime etwas anfangen kann, der dürfte auch mit Gleipnir seinen Spaß haben. Sofern er mit der oberflächlichen Art umzugehen weiß. Sieht man über Kritikpunkte und die allgegenwärtigen Ecchi- Nervereien hinweg, ist die Serie nämlich ein ziemlich beeindruckend animiertes Battle Royal Adventure.

FAZIT:
Gleipnir zeigt sich als ziemlich originelle Mystery-Action, die aber oft zu stark auf ihre Ecchi- Szenen setzt. Die Geschichte selbst kann tatsächlich mit einem interessanten Kniff locken und überzeugt mit einem passablen Erzähltempo. Schade nur, dass der Anime letztlich zu viel mit seinem halbgaren Fanservice jongliert und dadurch das wesentliche vergisst. Solltet ihr aber Ecchi- Serien mögen und dem Battle Royal Genre nicht abgeneigt sein, dürfte sich der Anime durchaus mal für euch lohnen
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Bildrechte im Artikel: ©Sun Takeda, KODANSAH/”Gleipnir” Production Commitee. | ©2021 peppermint anime gmbh.

Vielen herzlichen Dank an das Peppermint Anime Team, die mir ein Rezensionsexemplar von Gleipnir zukommen lassen haben.