TV Serien Kritik – Pretty Little Liars

Pretty Little Liars ist eine TV Serie, die lose auf der gleichnamigen Romanreihe von Sara Sheppard basiert, und uns in das Leben von vier unscheinbaren Teenagern entführt. 

Wer ist “A”?

Die Serie erzählt hierbei die Geschichte der vier Freundinnen Aria Montgomery, Emily Fields, Hanna Marin und Spencer Hastings, die im fiktiven Ort Rosewood leben und deren Alltag sich nach dem Verschwinden ihrer Freundin Alison DiLaurentis komplett verändert.

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Die Handlung setzt hier genau ein Jahr nach den ursprünglichen Ereignissen ein und beginnt mit Aria’s Rückkehr aus Island, wo sie sich mit ihrer Familie eine Auszeit nahm, um etwas Abstand zu gewinnen. Mittlerweile hat jedoch keine der alten Freundinnen mehr Kontakt zueinander, denn das Erlebte mit Allison und Aria’s Umzug nach Island hat sie sich auseinander gebracht. Kaum in Rosewood angekommen, wartet für Aria allerdings direkt ein neues Grauen auf sie, das sie ehemaligen Freundinnen auf längere Sicht wieder zusammenschweißen wird.

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Denn Allison wird nach dem langen Jahr bangen und hoffen ermordet aufgefunden. Wäre das nicht schon Sorge genug, bekommen die vier Freundinnen urplötzlich seltsame Nachrichten von einer mysteriösen Person, die sich als „A“ zu erkennen gibt und Informationen bereithält, die eigentlich nur die ermordete Alison kennen dürfte. Mit Drohungen und möglichen Erkenntnissen über Alison Ermordung setzt “A” die Teeanger unter Druck, die sich nun erneut verbünden und ihre alte Freundschaft zurückgewinnen. Hat „A“ Allison tatsächlich ermordet oder will “A” sie auf den Mörder Aufmerksam machen? Doch warum bedroht “A” die Mädchen dann? 

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Und welche Geheimnisse will er noch offenlegen? Die größte Frage aber bleibt – Wie kann “A” an so vielen Orten gleichzeitig sein und jeden Schritt der vier Freundinnen verfolgen? Mit diesem unschlüssigen Hintergrund beginnt die Suche nach der Identität von “A” und dem Mörder von Alison, wodurch viele Details über die Bewohner von Rosewood ans Tageslicht gefördert werden. Offenbar scheint die Kleinstadt so einige Geheimnisse zu verbergen, die nie hätten freigelegt werden sollen.

Hitchcock wäre stolz!

Ich bin ehrlich – Pretty Little Lars hat mich überrascht, wie selten eine TV Serie zuvor, weil ich im Grunde mit keinerlei Erwartungen an das Drama heranging und mir die Autoren schließlich eine absolut mitreißende Handlung vorgeworfen haben, die durch unerwartete Wendungen, einem wirren Story Konstrukt und interessanter Ideen durchweg Spannung erzeugen konnte.

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Die vielen Intrigen, Geheimnisse, Verwirrungen und Anspielungen auf Kultfilme wie Psycho sind ganz großes Kino und tragen die Handlung fast im Alleingang. Das Produktionsteam zeigt Mut zum Anders sein und integriert zwischenzeitlich auch eine Episode, die als Hommage an amerikanische Film Noir Produktionen durchgeht. Auch die vielen Anlehnungen an klassische Horrorfilme sorgen für Unterhaltung, wodurch einige Episode auch sehr viel Anspannung und “Grusel” erzeugen können.

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Die Serie benötigt keine Brutalität, sondern transportiert die Situationen durch ihre Bilder und die Geschichte selber. Man merkt Pretty Little Liars daher deutlich an, dass sie sehr viel von Hitchcock Filmen borgen und mehr den filmischen Aspekt einsetzen, um Grusel und Spannung zu erzeugen. Zählt man noch kleine Spinoff Episoden von Ravenswood dazu, fällt dies noch deutlicher ins Auge. 

Vom Teenie-Drama zum Mystery/Psycho Mix

Allerdings muss ich auch sagen, dass man über die Fassade dieser Serie hinwegsehen muss, um überhaupt die Stärke finden zu können. Zu Beginn wirkt die Serie leider relativ austauschbar und die Charaktere könnten dem gewohnten Teenie Drehbuch entnommen sein.

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So fühlt sich Episode 1 auch an, wie der Hundertste Teenie- Drama Klon. Mit wenig Erwartungen habe ich mir die Serie dennoch weiter angeschaut, da die Grund-Story doch recht ansprechend wirkte. Und was soll ich sagen – Mit jeder Episode wurde meine Neugierde größer. Die Geschichte entwickelte sich, Charaktere wuchsen mir ans Herz und die Serie stolzierte plötzlich irgendwo frei zwischen Mystery, Teenie Drama, Supernatural und Psycho- Thriller umher. Wohl selber kaum wissend, wo sie letztendlich landen würden.

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So entwickelte Pretty Little Liars eine echte Sogwirkung und behandelte nebenbei Leitthemen wie Drogenmissbrauch, Identitätskrisen und Mobbing, ohne dabei ihre Hauptgeschichte außer Acht zu lassen, denn jede Episode bot meist den ein oder anderen versteckten Hinweis.

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Obgleich die ersten Episoden also tatsächlich eher an bekannte Teenie Drama Elemente erinnern, wird die Serie mit jeder Episode und vor allem jeder Staffel geheimnisvoller, packender und driftet in Mystery, Crime und auch Psycho- Drama Gefilde ab. 

Filmische Qualität:

Pretty Little Liars ist ein ungewöhnliches Werk. Lässt der erste Blick ein x-beliebiges Teenie Drama vermuten, das auch genauso simpel gedreht wurde, wandelt sich die Serie nicht nur geschichtlich, sondern auch von den Filmqualitäten her. Erzählt wird das Mystery Drama teilweise auch mit sehr düsteren Bildern und baut Rückblenden gezielt ein.

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Auch vereinzelte Schock- Momente werden von den Kameraperspektiven und der Geräuschkulisse sehr gut eingefangen. Wie zuvor erwähnt, adaptiert das Produktionsteam auch gerne mal Szenen oder Ideen aus Hitchcock Filme, die dann mit ähnlich starken Bildmitteln auskommen. Besonders erwähnenswert ist aber auch die Film Noir Episode aus Staffel 6, die zeigt wie viel Kreativität in der Serie liegt. Der Cast steht der Qualität in nichts nach und liefert sehr gute Arbeit ab. Besonders im Gedächtnis bleiben wird wohl auch das markante Opening mit seinem ungewöhnlichen Theme Song. Spätestens nach der ersten Staffel werdet ihr den Text leise mit summen.

Deutsche Bearbeitung:

In Deutschland konnte sich TNT die Rechte am Mystery Drama vom Sender Freeform sichern und setzt hierbei auch auf eine Synchronfirma, die gekonnt die vielen Dialoge ins Deutsche überträgt und jeden Charakter mit einer passenden Stimme versieht.

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Die Dialogregie, die Verteilung der Synchronrollen und die Synchronsprecher, die mit viel Leidenschaft den Charakteren Persönlichkeit verleihen, gebührt eines großen Lobes. Eine dieser TV Serien, die man sich bedenkenlos in der Deutschen Sprachfassung anschauen kann. Fürs Free TV konnte sich die RTL Gruppe die Ausstrahlungsrechte sichern. Alternativ könnt ihr alle Episoden der 1-5 Staffel auf Netflix verfolgen. Die aktuelle und finale 7.Staffel läuft derzeit auf Sky.

Fazit:

Mit sympathischen und authentischen Charakteren, einem spannenden Main- Plot und einer deutlich qualitativen Steigerung von Staffel zu Staffel, ist Pretty Little Liars ein ganz besonderes Werk. Es ist unwahrscheinlich, dass jeder Interesse an dieser Serie entwickeln wird, denn dafür ist das Mystery Drama einfach zu speziell. Wer sich aber darauf einlässt und unter die Teenager Drama Oberfläche blickt, wird eine Serie entdecken, die viele Genre Wandlungen vollzieht und die Geschichte oft mit Bildern transportiert, die man so mehr aus klassischen Gruselfilmen kennt.

PLL2


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Author: GK_Juli

Nerd, Otaku, Serien-Freak. Nennt es wie ihr wollt. In den 90's mit den Anime Klassikern aufgewachsen, lösen Dragon Ball, Digimon und Co. stets nostalgische Gefühle aus. Aber genauso gerne verfolge ich Modernes;)

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1 Kommentar

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